Pfarrbezirk Blexen

Der Pfarrbezirk I in der Kirchengemeinde mit den Ortsteilen Blexen, Tettens, Volkers und Einswarden hat eine der ältesten Kirchen in der Oldenburgischen Landeskirche. Der Orte gehören heute zur Stadt Nordenham.

Blexen hat eine lange und wechselvolle Geschichte. und konnte im Jahre 2014 seine 1225-Jahr-Feier ausrichten. Am Ortsrand, direkt hinter dem Deich, liegt die historische St.-Hippolyt-Kirche.

In der Pastorei, direkt neben der Blexer Kirche, wohnen seit Oktober 2012 die Pastoren Anke Claßen und Dietmar Reumann-Claßen.

Die St.-Hippolyt-Kirche

Die St.-Hippolyt-Kirche der Kirchengemeinde Blexen ist mit über 900 Jahren die wohl älteste Kirche im Kirchenkreis Wesermarsch. Seit Willehads Zeiten, also seit etwa 1200 Jahren werden in Blexen schon Gottesdienste gefeiert. Eine Holzkirche ist schon für das Jahr 840 bezeugt. Sie brannte ab und auf ihren Fundamenten wurde die jetzige Steinkirche erbaut.

Am 8. November 789 war hier der hl. Willehad gestorben. Er hatte, aus England kommend, auf Geheiß Karls des Großen die Christianisierung dieser Region betrieben. Die Vita Willehadi – verfasst um 850 im Kloster Echternach – berichtet auch über seinen Tod in Blexen. Die Kirche liegt auf einer Deichwurt nahe am Fluss, dort, wo die Wesermündung sich  zur Nordsee hin weitet. – Umgeben ist die Kirche von einem alten Wurtenfriedhof mit den für die Marsch so charakteristischen Grabkellern und dem 1875  entworfenen Willehadus-Brunnen.

Zur Kirche gehört noch eine Gruppe weiterer Gebäude: das Küsterhaus von 1847, das Pfarrhaus von 1926  und vor allem das Torhaus von 1711, aus Oldenburgs dänischer Zeit.

Die Kirche ist von April bis Oktober zwischen 9 und 18 Uhr für Besucher geöffnet. Ausführliche Informationen über über Baugeschichte und Kunstausstattung liegen zum Mitnehmen bereit.

... zur Geschichte

Ein Besuch unserer alten, dem Fluss und der Seefahrt verbundenen Kirche ist lohnenswert zu allen Jahreszeiten. Die Besucher finden hier Erholung und Möglichkeiten zur Besinnung. Der nahe Weser-Radwanderweg lädt auch Radtouristen ein, hier einmal ein Pause zu machen. Die Kirche birgt Kunstwerke von hohem Wert in sich. Schnitzarbeiten des berühmten Bildschnitzers Ludwig Münstermann, eines exponierten Künstler des Manierismus. Der Manierismus ist eine Stilepoche der Spätrenaissance und kommt wie diese aus Italien.

Die Kanzel stammt auch von Ludwig Münstermann, er ist nur über ihrer Fertigstellung verstorben und sein Sohn Johann hat sie vollendet. 

Der Taufstein von 1642 zeigt den hl. Willehad, der die Taufe – den christlichen Glauben – hier trägt, seit vor 1200 Jahren Karl der Große ihn mit der Christianisierung dieser Region beauftragt hatte. Er stammt von dem Münstermannschüler Onno Dierksen aus Langwarden.  Der Altar ist in seiner ursprünglichen Fassung von Ludwig Münstermann wie auch der Fürstenstuhl auf der Empore.

Den Altar haben 1850/51 namhafte Oldenburger restauriert und mit einem neuen Bildprogramm versehen. Auch aus der Epoche des Mittelalters sind noch Kunstwerke erhalten: Eine Sakramentsnische aus spätgotischer Zeit. Sie zeigt im Tympanon das Martyrium des heiligen Hippolyt, des Patrons der Kirche.

Im Gewölbe des Chorraumes sind einige mittelalterliche Fresken freigelegt. Ein Schaugrab zeigt – nach Vermutung des ehemaligen Landesarchäologen Dr. Marschallek – die Gebeine eines Märtyrers, eines Gefolgsmanns des hl. Willehads. In der Nordmauer des Chorhauses befindet sich außen das sogenannte Polsgrab – eine alte Wallfahrtsstätte.

Der Orgelprospekt der Orgel von 1685 ist noch erhalten, Joachim Kayser aus Jever – hat die Orgel gebaut. Das heutige Orgelwerk stammt aus der Werkstatt Alfred Führers nach der alten Disposition. Im Turmzimmer befindet sich das Archiv. Die Kirche lädt ein – nicht nur zu historischer Betrachtung, sondern zur Begegnung vor allem mit dem christlichen Glauben in Gottesdiensten, Vorträgen und Gesprächskreisen.

Zum festen Bestand der Kulturlandschaft des Oldenburger Landes gehören die Werke des berühmten Bildschnitzers der Barockzeit Ludwig Münstermann (gest.1638). Seine Arbeiten haben in den vergangenen Jahren eine besondere kunsthistorische Aufmerksamkeit erfahren. Auch ihre touristische Attraktivität wurde mehr und mehr entdeckt.

Das Torhaus aus dänischer Zeit wurde 1711 gebaut. Es bildet den Eingang zu Friedhof und Kirche .Zum Jubiläum nach 300 Jahren gab es deshalb einen Festgottesdienst...

Ein Blick in die St.-Hippolyt-Kirche

Pfarrbezirk Friedrich-August-Hütte

Die Paulus-Kirche

Pfarrbezirk II - Friedrich-August-Hütte

Nach dem Zweiten Weltkrieg vergrößerte sich im Süden der Kirchengemeinde Blexen die Zahl der Einwohner sprunghaft durch Tausende von Heimatvertriebenen. Neue Industriebetriebe wurden an der Unterweser gegründet. Diese zogen auch aus anderen Gebieten der Bundesrepublik Arbeitssuchende herbei. Wohnviertel entstanden in der Nähe der Betriebe, nicht zuletzt bei der Friedrich-August-Hütte, die ihren Namen nach dem letzten oldenburgischen Großherzog trägt. Ein kirchlicher Mittelpunkt jedoch fehlte.

Zum Bezirk Friedrich-August-Hütte gehören außerdem die Ortsteile Phiesewarden, Schweewarden und Grebswarden. In diesem Pfarrbezirk trifft sich die Gemeinde in der Pauluskirche und dem anliegenden Gemeindezentrum in der Bromberger Str. 21. Gleich daneben liegt der Evangelische Kindergarten Regenbogen, der eine Einrichtung der Kirchengemeinde Blexen ist.

Pastor Gottfried Maaß, den der Ev.-luth. Oberkirchenrat 1962 in dieses Neuland gesandt hatte, verstand es, Mitarbeiter aus verschiedenen Berufen und Altersgruppen zu sammeln und für den Bau einer Kirche im Ortsteil Friedrich-August-Hütte zu begeistern. Vorausschauend hatte man 1958 einen Kirchbauverein Einswarden und Friedrich-August-Hütte gegründet. Nun ließ Einswarden der Nachbarin den Vortritt.

Kirche mit Gemeindezentrum und Pfarrhaus

... aus der Geschichte der Paulus-Kirche

In einem Wettbewerb war 1964 der Entwurf des Architekten Karl Franzius (Bremerhaven) ausgewählt worden. Modernen Bauten wirft man oft ein kastenförmiges Aussehen vor. Franzius vermied diesen Fehler so erfolgreich, dass später ein Vermesser des Gebäudes klagte, er habe kaum einen rechten Winkel gefunden, von dem er mit seinem Bandmaß ausgehen konnte. Gerade dies aber trug dazu bei, den Formen der Kirche samt Gemeindehaus und dem späteren Kindergarten -Eingeweiht am 1. September 1972 - außen wie besonders innen einen lebendigen Ausdruck zu geben.  [Aus der Festschrift 1200 Jahre Blexen]

Heute herrscht ein reges Gemeindeleben in Friedrich-August-Hütte. Verschiedene Gruppen und Kreise, Konfirmanden- und Jugendarbeit, sowie der seit der Gründung der Kirche bestehende Paulus-Chor bilden die Säulen der Arbeit.

Zum Pfarrbezirk gehören über 2000 Gemeindeglieder. Zum Gottesdienst rufen die vier Glocken aus dem Jahre 1965. Und nach den Pastoren Gottfried Maaß, Gerhard Fröhlich, Horst Lekszas, Hartmut Blankemeyer und Baldur Knall wohnte  Pfarrer Lars Löwensen mit seiner Familie im ehemaligen Küsterhaus, dass nach der Aufstockung 1983 auch offiziell Pfarrhaus genannt wird. Im September 2010 zog Pastorin Katja Witte ins Pfarrhaus. Seit Oktober 2012 ist Anke Claßen unsere Pastorin. Sie wohnt mit Ihrer Familie im Blexer Pfarrhaus.     

Im Herbst 2016 feierte die Gemeinde das 50-jährige Jubiläum der Paulus-Kirche.

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